Anschaulichkeit als Maßgabe der Wissensvermittlung

Figuren und Konfigurationen der Aufklärung

Über die Emergenz der Anschaulichkeit als Maßgabe der Wissensvermittlung von Simon Huber

Johan Amos Comenius erhob im 17. Jahrhundert «Anschaulichkeit» zu einer zentralen Maßgabe der Unterrichtsgestaltung und machte im enorm erfolgreichen Büchlein Orbis sensualium pictus die zugedachte Funktionsweise meisterlich vor: die 150 «vornehmlichsten Dinge» dieser Welt werden repräsentiert, auf jeweils einer Doppelseite, mittels Holzschnitt, lateinischem Beschreibungstext und deutscher Übersetzung – auch unbedarft Blätternde sollten sich diese aneignen können. Aus typographischer Verklammerung von Buch- und Erfahrungswissen speisen sich bis heute Hoffnungen auf medientechnisch so raffinierte Vermittlung, die es erlaubt, Präsenz aus der didaktischen Gleichung streichen zu können.

Betreuer: Ernst Strouhal

Musik: Cupcake Marshall von Blue Dot Sessions (CC BY-NC 4.0)